Wo waren wirToronto Yonge-Dundas Square stehen geblieben? Ach ja genau, Toronto Downtown: Mike und ich hatten den Flug überlebt, die Sonne schien, die Blumen blühten, aber machen wir uns nix vor, unser erster Urlaubs Ausflug führte uns direkt in den nächstgelegenen Burger King wo wir vom Jetlag geplagt einige kanadische Spezialitäten auskosten durften. Danach ging es in unser Youth Hostel „Traveller’s Planet“, wir checkten ein, begegneten auf dem Flur einem verschollenem Mitglied der Ghostbusters und schließlich durften wir unser Zimmer beziehen. Das sah ein bisschen aus wie eine Mischung aus Zelle und einem Kinderzimmer aus einem Ikea-Katalog aber goldenen Parkett hatten wir eh nicht erwartet. Das wir uns den Raum allerdings mit mehr Menschen teilen mussten, als das Zimmer Quadratmeter hatte, war dann doch etwas… naja wurscht man ist nur einmal jung.

Unser erster Tag war jedenfalls geschafft und die darauffolgenden vergingen wie im Flug, wir erkundeten die Stadt auf eigene Faust, besichtigten die Niagara Fälle, aßen uns in einem „Grill it yourself“ Restaurant die Seele aus dem Leib, schossen Panorama Fotos vom 450 Meter großen CN Tower, aßen mehrere Hotdog Stände leer, schipperten mit einer Fähre auf eine der umliegenden Inseln, genossen kanadisches WLAN in einem der ungefähr 3500 Starbucks Cafés und blablabla mal ehrlich, diese langweiligen Reiseberichte will doch keiner hören oder?

Rund ging es wieder eines Abends in der Mitte der ersten Woche als wir auf die glorreiche Idee kamen mit ein paar Leuten unserer arabischen Zimmergenossen auf der Dachterrasse unserer Herberge ein Trinkspiel anzufangen, bei dem ein Tischtennisball eine zentrale Rolle spielte. Dabei gab es zunächst 2 Probleme:

  1. Es gab NUR Tequila.

  2. Die Typen konnten nur gebrochen Englisch sprechen und Mikes Arabisch war leider auch schon etwas eingerostet.

In Folge dieser Umstände spielten wir also ein Trinkspiel, dessen Regeln weder wir noch unsere arabischen Freunde scheinbar verstanden hatten, denn egal wo man seinen Tischtennisball auch hinwarf, am Ende mussten eh alle trinken. Wie man sich vorstellen kann reichte die Flasche Tequila nicht mal für die erste Runde, ich kann mich allerdings auch nicht mehr daran erinnern welches Getränk danach an der Reihe war. Ehrlich gesagt kann ich mich an überhaupt nichts mehr erinnern was danach sonst noch so passiert sein soll.

Nach drei Tagen in einer Ausnüchterungszelle war der kleine Rausch dann aber auch schon wieder pasé und kaum erblickten wir wieder Tageslicht, da kreuzte ein Typ unseren Weg und schenkte uns zwei Baseball-Karten für ein Spiel der „Toronto Blue Jays“. Einfach so. Zunächst konnten wir unser Glück nicht fassen, denn wann bekommt man in Deutschland schon mal Karten für ein Fußballspiel geschenkt? Eigentlich nie und als gebürtiger Pfälzer in Bayern sowieso nicht und so machten wir uns in Richtung Rogers Centre auf. Kaum saßen wir auf unseren Plätzen hatte ich ein kleines Déjà-vu denn von Anfang an erinnerte mich das Stadion stark an die Allianzarena, die Zuschauerzahlen waren wie bei einem Spiel der TSG 1860, von der Stimmung her erinnerte es dann allerdings doch eher an ein Bayernspiel. Es soll Friedhöfe geben an denen schon ausgelassener gefeiert wurde. Etwas sureal wurde es dann ab Anpfiff, denn die Arena war zwar ein top modernes, knapp 50.000 Besucher fassendes Baseballstadion, aber die Heimmanschaft spielte in etwa so gut wie das Reservisten Team des FC Wehen Wiesbaden an schlechten Tagen. Aber was solls, das Spiel schien eh keinen zu interessieren und zwar weder die unmotivierten Spieler selbst noch die „Fans“, welche hauptsächlich mit essen, schlafen oder Angry Birds beschäftigt schienen. Wir murmelten unseren Sitznachbarn also irgendwas von wegen „Ich glaub wir haben den Herd angelassen“ zu und flüchteten bevor unser Körper aus Selbstschutz vor der Langweile mit der Versorgung lebenswichtiger Organe aufhörte.

Die erste Woche war dann nach 7 Tagen auch schon wieder rum, aber die großen Überraschungen sollten sollten sowieso noch kommen.

Nächste Woche geht’s weiter mit wilden Partys und noch wilderen Indern.

Wie letztes Mal solltet ihr unbedingt Mikes Page auschecken:

http://www.my-travelworld.com/

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